Wenn Grammatik Pause macht und der Backofen übernimmt – Französisch Backen am Calvarienberg

Französischunterricht, das ist mehr als nur Grammatik und Vokabelschlachten. Die Sprache geht auch durch den Magen. So hat es sich nach der anstrengenden Klassen-  und Kursarbeitsphase angeboten, dass die FranzösischschülerInnen von Frau Bausen aus der 7b, der 10c und des LK/GK MSS 12 eine bûche de Noel zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest und im Januar die galette des rois, den Dreikönigskuchen, in der Realschulküche backten.

Das Backen war recht kompetitiv, denn die Produkte wurden von einer überaus kritischen und höchst kompetenten Jury, deren Vorsitz unser Hausmeister Herr Schönewald inne hatte, bewertet. Die Rezepte wurden durch kreative Einfälle erweitert und bei der Gestaltung der Backwaren gab es keinerlei Grenzen.

Die Kultur unseres Nachbarlandes kennenlernen, das geschieht vor allem beim gemeinsamen Zubereiten und dem anschließenden Verputzen der süßen Köstlichkeiten. So wissen nun unserer FranzösischschülerInnen, dass Franzosen nicht wirklich einen Baumstamm an Weihnachten essen und man beim Verzehr des Dreikönigskuchen unbedingt mit Vorsicht in sein Kuchenstück beißen sollte, da sich dort eine kleine Porzellanfigur versteckt. Statt sich durch unzählige Grammatikregeln zu kämpfen, hieß es für unsere Französischschüler diesmal: Schürze an, Waage raus und Ofen vorheizen! Gemeinsam haben wir zwei typisch französische Spezialitäten gebacken – und dabei ganz nebenbei jede Menge gelernt.

Was haben die Schüler gelernt?
Erstaunlich viel! Zum Beispiel, dass man Vokabeln wie mélangercuire oder verser deutlich besser behält, wenn man sie dabei wirklich ausführt, dass Frankreich nicht nur aus Arbeitsblättern besteht, sondern aus Traditionen, Festen – und sehr viel Butter und dass Teamarbeit auf Französisch sogar dann funktioniert, wenn jemand die Eier zu früh aufschlägt. Besonders spannend war die Galette des Rois: Wer findet die kleine Figur im Kuchen und wird König oder Königin des Tages?

Sprache lebt! Beim Backen wird Französisch greifbar, riechbar und (vor allem) schmeckbar. Die SchülerInnen erleben, dass eine Fremdsprache mehr ist als Vokabeltests und Grammatikstress – sie ist ein Schlüssel zu Kultur, Gemeinschaft und Genuss.

Am Ende waren sich alle einig:
Fehler gehören dazu – beim Backen wie beim Sprechen und Französisch kann verdammt lecker sein.

Wir sagen: À la prochaine… vielleicht mit Crêpes?